10. Mai 2023, Lesedauer 3 Minuten

Die Verwirklichung deiner Produktidee in China oder doch lieber in der Schweiz?

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Die Entscheidung, ob das entwickelte Produkt im In- oder Ausland produziert werden soll, ist zentral und bringt die Auseinandersetzung mit diversen Fragen mit sich. Wir vergleichen im folgenden Blogpost den Produktionsstandort China und die Schweiz.

Zählen Sie auf uns, wenn es darum geht, Ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Hier zeigen wir Ihnen auf, wie das geht.

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Im Rahmen der Entwicklung eines neuen Produktes ist die Überlegung nach einer in- oder ausländischen Produktionsfirma zentral. Der Wunsch von Produktentwickler*innen, zu möglichst tiefem Preis ein qualitativ hochstehendes Produkt zu realisieren, ist schwierig umsetzbar und deshalb oft mit Kompromissen verbunden.
China hat sich in den letzten Jahren zu einem international gefragten Produktionsstandort entwickelt. Welche Gründe sprechen dafür, China als Produktionsstandort zu wählen, wo liegen aber auch die Tücken der Wahl? Und warum schlussendlich nicht doch den Weg «made in Switzerland» verfolgen?

Produktionsvorteile in China

China hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Produktionsstandort entwickelt, der durch niedrige Produktionskosten und einen grossen Markt überzeugt. China kann Produkte zu einem günstigen Preis herstellen, weil einerseits die Entlöhnung der Arbeitskräfte deutlich niedriger ist, als im Vergleich zu Europa, und andererseits China über eine ausgereifte Infrastruktur, sowie landeseigene Rohstoffe (z.B. Stahl, Aluminium, Kupfer…) verfügt, was grössere Produktionsmengen zu niedrigeren Preisen in kürzerer Zeit erlaubt. In den letzten Jahren haben chinesische Firmen zudem enorme Fortschritte im Bereich der Automatisierung und Robotik gemacht, was ebenso zum Vorteil Chinas als Produktionsstandort gesehen werden kann.

Produktionsnachteile in China

Bevor man sich jetzt nun aber für China als Produktionsort entscheidet, sollten auch potenzielle Nachteile einer Produktion in China berücksichtigt werden.

Es ist zu beachten, dass die Zusammenarbeit z.B. durch kulturelle Unterschiede oder Sprachbarrieren erschwert werden kann. Obwohl chinesische Produktionsfirmen in den letzten Jahren Erfahrung im Umgang mit westlichen Unternehmen gesammelt haben, können sich Verständnisprobleme in Bezug auf die Anforderungen und Bedürfnisse westlicher im Vergleich zu östlichen Kunden entstehen.

Des Weiteren kann die Qualität der produzierten Waren in China schwanken, aufgrund der starken chinesischen Ausrichtung auf Massenproduktion, anstatt auf Präzision und Qualität.

Für das Image vieler westlicher Unternehmen spielt es heutzutage eine zentrale Rolle, dass ihre Produkte unter fairen und sicheren Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Dabei gilt es bei einer möglichen Zusammenarbeit mit China, diese genau zu prüfen. In puncto Ethik bei der Arbeit, hinkt China nach wie vor etwas hinterher. Die Arbeitszeiten in vielen Produktionsstätten sind oft lange, die Bedingungen gefährlich und die Löhne niedrig. Obwohl das Land in den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat, gilt es, die jeweiligen Firmen und die gestellten Bedingungen individuell zu prüfen.

Die politische Situation in China sollte bei der Entscheidungsfindung des geeigneten Produktionsortes ebenfalls bedacht werden. Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren diverse politische Massnahmen ergriffen, die die Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen eher erschweren, als erleichtern. Dazu gehören z.B. hohe Zölle und strenge Vorschriften bzgl. dem Wareexport aus dem Lande. Dies kann unter Umständen die Produktion in China wieder teuer machen und die Gewinnmargen der Unternehmen beeinträchtigen.

Alles in allem bietet China attraktive Produktionsbedingungen, wobei gewisse Nachteile einer Zusammenarbeit aufgrund von kulturellen Unterschieden, Qualitätsschwankungen und mangelnden ethischen Arbeitsrichtlinien entstehen können.

Dann lieber doch "made in Switzerland"?

Die Schweiz bietet einige überzeugende Argumente, als Produktionsstandort gewählt zu werden.

Die geografische Lage der Schweiz ermöglicht es, leicht mit allen wichtigen Märkten in Europa und darüber hinaus verbunden zu sein. Für Unternehmen, die in mehreren Ländern operieren und schnell auf Marktveränderungen reagieren müssen, bietet dies ein entscheidender Vorteil.

Die Schweiz ist zudem ein wirtschaftlich und politisch stabiler und sicherer Standort, was getätigte Investitionen und den Geschäftsbetrieb erleichtern. Das politische System der Schweiz überzeugt durch seine Stabilität und Konsistenz, was für Unternehmen bedeutet, dass sie nicht mit unerwarteten, politischen Veränderungen oder Instabilitäten konfrontiert werden.Darüber hinaus ist die Schweiz eine Volkswirtschaft mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen und einem hohen Lebensstandard, was bedeutet, dass sie ein attraktiver Markt für Produkte und Dienstleistungen ist.

Ein weiterer Vorteil der Schweiz als Produktionsstandort bietet ihre herausragende Infrastruktur. Das Land verfügt über ein sehr gut ausgebautes Verkehrsnetz, das den schnellen und sicheren Transport von verschiedenen Gütern in alle Teile des Landes und darüber hinaus ermöglicht. Ebenfalls die Telekommunikationsinfrastruktur und die Energieversorgung sind erstklassig, was für Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist.

Zudem bieten Schweizer Unternehmen eine hohe Qualität der Arbeit und der Produkte, durch gut ausgebildete Fachkräfte und sehr guter Infrastruktur.

Trotz all den vielen Vorteilen (Liste nicht abschliessend) sind die Produktionskosten in der Schweiz doch oftmals hoch. Dies liegt unter anderem an höheren Lohn- und Sozialkosten der Mitarbeiter*innen, sowie höheren Mietkosten für Produktionsstätten und Büros. Zudem fallen in der Schweiz höhere Produktionskosten aufgrund von strengeren Umwelt- und Arbeitsschutzgesetzen an. Unternehmen müssen z.B. teurere Technologien und Verfahren umsetzen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Die Qual der Wahl

Insgesamt stellt sich die Auswahl einer in- oder ausländischen Produktionsfirma als Prozess des Abwägens zwischen Vor- und Nachteilen, heraus. Es lohnt sich bestimmt den Austausch mit anderen Unternehmen zu suchen, die bereits Erfahrung mit der Produktion in verschiedenen Ländern haben, um deren Erfahrungen und Perspektiven zu hören. Ebenfalls kann man sich professionelle Beratungen durch einen Rechtsanwalt oder Unternehmensberater*in zukommen lassen.